Chorfahrt 2010: Weserbergland
Chorfahrt 2008: Stade/Hamburg
Chorfahrt 2006: Dresden
Chorfahrt 2004: Mosel
Chorfahrt 2002: Flandern
Chorfahrt 2000: Spessart



Der Kirchenchor Liebfrauen unterwegs im Weserbergland
Chorfahrt im September 2010


Auf eine Vier-Tages-Tour ins Weserbergland begab sich Mitte September 2010 der Kirchenchor Liebfrauen. Im Verlauf der von wohldosiertem Sonnenschein genau zum rechten Zeitpunkt begleiteten Reise hinterließ so manche touristische Attraktion bei der munteren Truppe bleibende Eindrücke. Von Adam und Eva über Hermann den Cherusker und Karl den Großen bis hin zum Deutschlandlied-Dichter Hoffmann von Fallersleben reichte das bunte Spektrum, ja selbst der spöttisch besungene Dr. Eisenbarth nebst Gattin begegnete den Reisenden in leibhaftiger Gestalt. Karolingische Dome, üppigst goldige Barockkirchen und malerisches Fachwerk der Weserrenaissance an Pader, Werra, Fulda und Weser, auch ein Fenster mit drei Hasen und heilige Gestalten wie Liborius oder Vitus fanden fachkundige Wertschätzung.

Los ging es am Donnerstag früh um kurz vor 7 Uhr, 45 Teilnehmer machten sich von Stenern und anschließend der Liebfrauenkirche auf den Weg. Trotz verkürzter Nachtruhe war die Reisegruppe bestens gelaunt - auch ein ausgedehnter Stau auf der völlig überfüllten A 3 konnte die gute Stimmung nicht trüben und gab so manchem die Gelegenheit, noch die eine oder andere Mütze Schlaf nachzuholen. Busfahrer Alfons, dem Chor bestens vertraut durch zahlreiche Chorfahrten, konnte jedoch mit Unterstützng seines Navis das allergrößte Chaos geschickt umfahren und so sicherstellen, daß man dennoch pünktlich zur Stadtführung im ostwestfälischen Paderborn ankam.
Paderborn
In weiser Voraussicht mit Regenschirmen bewaffnet und aufgeteilt in zwei Gruppen, die sich immer mal wieder zu gemeinsamem Gesang trafen, ging es dann zu Paderquellen und dem kürzesten Fluß Deutschlands, Kaiserpfalz und Dom, Adam-und-Eva-Haus, Jesuitenkirche und Rathaus. Ein erstklassiges Mittagsbuffet im Kolpinghotel Aspethera sorgte für erste Stärkung und wurde bereichert durch einen aufschlußreichen Vortrag der Leiterin des Hauses, das als Ausbildungshotel für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf neue und erfolgreiche Wege beschreitet.

Nach Stadtbummel und Kaffeetrinken hieß es dann zurück in den Bus, denn eigentliches Reiseziel war das überschaubare Dörfchen Blankenau, ein Ortsteil von Beverungen, direkt am Ufer der Weser gelegen, wo der Chor komfortable und freundliche Unterkunft im Landhotel Weserblick fand. Die Zimmer wurden bezogen - durchgehende Matratzen sorgten bei einzelnen Paaren für gänzlich ungewohnten Schwung im ehelichen Lager - und ein gutes Abendessen bildete die Grundlage für einen geselligen, feuchtfröhlichen Ausklang des Tages, bei dem auch ein Geburtstagsständchen für eine Mitreisende nicht fehlen durfte.

Die Dreiflüssestadt Hannoversch Münden, idyllisch gelegen an Werra, Fulda und Weser, war mit ihren zahlreichen aufwendig restaurierten Fachwerkhäusern Mittelpunkt des zweiten Tages. Kein geringerer als Dr. Johann Andreas Eisenbarth und seine stolze Frau Rosina führten die Sängerinnen und Sänger zu den Schönheiten der Stadt. Für allgemeine Heiterkeit sorgte die Demonstration überdimensionierten medizinhistorischen Instrumentariums an einer schwächelnden Sängerin, die sich eher unfreiwillig in der Patienten- oder besser Opferrolle wiederfand.
Dr.
                    Eisenbarth
Nach einem gemütlichen Mittagessen in der Schloßschänke stand der Nachmittag für eine Stadterkundung in Eigenregie zur Verfügung. Eine kleine Gruppe zog es derweil magisch zum Eisenbarth-Grab in der entwidmeten, ehemals evangelischen Aegidienkirche, erst seit kurzem umgestaltet zum Café, durchgängig rotgetüncht und phantasievoll bis lästerlich dekoriert - wo man in nahezu blasphemischer Verwegenheit, leichte Berührungsängste geschickt überspielend, einen Cappuccino auf Partyhockern rund um den früheren Altar genoß.

Allerdings ließ die mutmaßliche Antwort des Himmels nicht lange auf sich warten. Nachdem just diese Gruppe den durchaus beschwerlichen Aufstieg bei Sonnenschein auf steilem, schmalem Pfad durch den Wald zum Aussichtsturm Tillyschanze bewältigt hatte, öffneten sich alle nur denkbaren himmlischen Schleusen und man saß über zwei lange Stunden dort oben fest ohne jegliche Chance auf Rückkehr. Nur der Kreativität des ebenfalls eingeschlossenen Kassierers Dieter war es zu verdanken, daß die Sünderlein mithilfe eines Großraumtaxis trockenen Fußes und auf die Minute pünktlich den Bus zur Rückfahrt erreichten - unter mitleidig-spöttischem Beifall des restlichen Chores. Wie nicht anders zu erwarten lachte anschließend natürlich wieder die Sonne, aber ein reichhaltiges Buffet im Hotel, gekrönt von einer wunderkerzengeschmückten Eistorte in einer Präsentation à la Traumschiff, entschädigte für die allzu feuchten Erlebnisse.

Am Samstag ging es dann zur Besichtigung der ehemaligen Benediktinerabtei Schloß Corvey. Die wechselvolle Geschichte des einstmals sehr bedeutenden karolingischen Klosters über Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit im Spannungfeld zwischen Kaiser und Papst, die fatalen Folgen des Dreißigjährigen Krieges, die Säkularisierung und schließlich der Übergang in Privatbesitz wurde von einer äußerst kompetenten Führerin auf hohem Niveau dargestellt, wobei auch Architektur und Baugeschichte nicht zu kurz kamen. Beeindruckend war die umfangreiche Fürstliche Bibliothek mit einem Bestand von 74.000 Bänden in hervorragendem Zustand, die nicht nur im 19. Jahrhundert den damaligen Bibliothekar Hoffmann von Fallersleben, sondern auch heute noch die aktuelle Forschung beschäftigt.
Ave Maria
Nach einem schmackhaften Marktbuffet in der Corveyer Schloßgastronomie führte eine Schiffahrt auf der Weser bei strahlendem Sonnenschein hinüber nach Höxter. Abermals zeigte eine Stadtführung die sehenswerten Fachwerkbauten im Stil der Weserrenaissance in der Altstadt. Das herrliche Wetter lud dazu ein, unter freiem Himmel noch ein Eis zu genießen. Zur Mitfeier der Abendmesse ging es sodann mit dem Bus zurück nach Beverungen. In der dortigen St.-Johannes-Baptist-Kirche bereicherte ein spontan intoniertes "Ave Maria" die Liturgie, anerkennend quittiert durch den Applaus der einheimischen Gottesdienstbesucher. Mit dem Bus oder in kleiner Gruppe zu Fuß an der Weser entlang ging es zurück ins Hotel, wo wiederum ein Buffet, diesmal musikalisch garniert mit Musik und Tanz, für die womöglich noch fehlenden Pfunde sorgte.

Eine ungünstige Wetterprognose machte am Sonntag eine kurzfristige Umstellung des geplanten Programms erforderlich. Nach einem Abschiedsständchen am Hotel steuerte der Chor zunächst das berühmte geschichtsträchtige Hermannsdenkmal bei Detmold auf den Höhen des Teutoburger Waldes an. Während nach einem Gruppenfoto ein Teil der Reisenden den Aufstieg auf das Monument wagte und dafür mit einem phantastischen Rundblick belohnt wurde, machte es sich der Rest auf den Bänken rund um das Wahrzeichen gemütlich. Anschließend hielt die örtliche Gastronomie ein abermals leckeres Mittagessen bereit.
Hermannsdenkmal

Die weitere Rückreise führte nach einer improvisierten Rundfahrt durch Bielefeld schließlich nach Emsbüren, wo man neben Kaffee und Kuchen auch die riesigen Gewächshäuser der Firma Emsflower bestaunen und so dem inzwischen ergiebig einsetzenden Regen ein Schnippchen schlagen konnte. Schlußendlich ging es danach aber zurück zur Liebfrauenkirche. Hier fand dann am Abend eine wie gewohnt aufs allerbeste organisierte, mit reichhaltigen kulturellen wie lukullischen Impressionen, fröhlicher Geselligkeit, netten Begegnungen, viel Gesang und ausgelassener Stimmung der Mitreisenden einhergehende Chorfahrt ihren Abschluß. Keiner der Teilnehmer dürfte anschließend Anzeichen von Mangelernährung mit daraus resultierendem Gewichtsverlust zu beklagen gehabt haben.

Reisebericht: Wolfgang Abshoff




Der Kirchenchor Liebfrauen im hohen Norden
Chorfahrt im September 2008


Eine Fünf-Tages-Tour in die Umgebung von Hamburg unternahm Mitte September der Kirchenchor Liebfrauen. Und dabei verwöhnte nicht nur die Sonne die Sängerinnen und Sänger unermüdlich mit ihrem verschwenderischen Schein, auch so manche touristische Attraktion hinterließ bei den Reiseteilnehmern bleibende Eindrücke.

Schon während der Anreise sorgte ein Zwischenstop in Papenburg mit einer Führung durch die dortige Meyer-Werft für die ersten Aha-Erlebnisse. Hautnah erhielt man dort detaillierte Einblicke in die hochspezialisierte Fertigung gigantischer Kreuzfahrtschiffe, und die eine oder der andere Reiselustige dürfte in Gedanken
schon einmal die Eckpunkte der nächsten Urlaubsreise abgesteckt haben, natürlich nicht, ohne die Träume vom Kreuzfahrt-Luxus vorher mit den Realitäten des eigenen Kontostandes abgeglichen zu haben. Einen anschaulichen Eindruck von den riesigen Ausmaßen dieser Luxusliner bekam man dadurch, daß vor der Werfthalle zufällig gerade ein fast fertiges Exemplar in voller Größe bestaunt werden konnte.

Nach einem wohlschmeckenden Mittagessen wurde dann die Weiterfahrt angetreten, wobei die bei der Besichtigung gesammelten Eindrücke für reichlichen Gesprächsstoff sorgten, so daß die restliche Fahrzeit fast wie im Flug verging. Reiseziel war die Kreisstadt Stade, 45 km vor Hamburg an der Unterelbe gelegen, wo der Chor komfortable Unterkunft im Parkhotel Stader Hof bezog.

Meyer-Werft in
                  Papenburg

Der zweite Tag galt der Erkundung der malerischen Altstadt Stades. Erfahrene Stadtführer leiteten den Chor in zwei Gruppen zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt, vorbei an wunderschön restaurierten Fachwerkhäusern, einem Historischen Rathaus, der Bilderbuchkulisse des Fischmarktes mit altem Hansehafen, barocken Kirchen mit wertvollen historischen Orgeln, und unternahmen so einen Streifzug durch die wechselvolle, über 1000jährige Stadtgeschichte.

Am Nachmittag ging die Fahrt dann zum erstenmal in Richtung Hamburg, vorbei am Containerhafen und durch den Elbtunnel, und im Bus konnte man erste Eindrücke von den Dimensionen der Metropole bekommen. Ziel war das Schulauer Fährhaus in Wedel mit der weltbekannten Schiffsbegrüßungsanlage "Willkomm-Höft". Hier wird jedes auf der Elbe vorbeifahrende Schiff begrüßt und verabschiedet - mit der passenden Nationalhymne und einem entsprechenden Flaggensignal.

Abends war der Besuch des Musicals "Der König der Löwen" gebucht. Von den Landungsbrücken ging es per "Wassertaxi" auf die andere Elbseite zum Musicaltheater im Hamburger Freihafen, wo den Besuchern im mehr als 2.000 Zuschauer fassenden Theatersaal eine zwar je nach Sitzplatz einigermaßen laute, jedoch optisch wie akustisch faszinierende musikalische Darstellung geboten wurde. Vor dem Rücktransport mit der Fähre über die Elbe wurde man mit einem spektakulären Blick auf das beleuchtete nächtliche Panorama Hamburgs belohnt.

Alter Hafen in
                  Stade

Am nächsten Tag wurde dann Hamburg ein wenig näher unter die Lupe genommen und ein Stadtführer lotste Busfahrer samt Reisegruppe zu allem, was des Touristen Herz begehrt - ein wahres Kontrastprogramm vom Hafen über St. Pauli, Reeperbahn, Davidswache bis hin zu Kramer-Witwen-Wohnung und Hamburger Michel, von instandbesetzten Häusern über heruntergekommene Stadtteile bis hin zu unerschwinglichen Luxusvillen und Prachtbauten. Dabei ließ er in seiner launigen Art keine Schlüpfrigkeit links liegen und sorgte so im Bus für manchen Lacher.

Nachdem man schon meinte, alles gesehen zu haben, schloß sich eine Hafenrundfahrt an, bei der man wiederum neue und ganz andere Eindrücke von Hamburg, diesmal von der Wasserseite her, bekommen konnte. Die Barkasse schaukelte durch Speicherstadt, verschiedene Hafenanlagen und die neu entstehende HafenCity, wobei der Bootsführer durch seine kabarettistische Moderation in typisch hanseatischer Mundart bleibenden Eindruck hinterließ.

Im Hamburger Hafen
Ruhiger und beschaulicher, jedoch keinesfalls weniger erlebnisreich wurde der vorletzte Tag gestaltet. Es ging auf eine geführte Rundfahrt durchs Alte Land, das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas mit über 10 Millionen Obstbäumen. Deichspaziergang, Museums- und Kirchenbesichtigung, Fahrt durch ein schier endloses Meer von Apfelbäumen, vorbei an reetgedeckten Altländer Bauernhäusern mit typischem Buntmauerwerk, Besichtigung eines Obsthofes, Treckerfahrt in Apfelkisten durch die Obstplantagen, das waren einige von vielen Programmpunkten.

Aufmerksames Interesse fand auch die Erklärung der original Altländer Tracht, mit der sich die Fremdenführerin geschmückt hatte - zum großen Bedauern einiger anwesender Herren wurden allzu intime Details der Wäsche dabei leider nur in der Theorie abgehandelt. Als nicht eingeplantes Spontan-Event zog nach der Rückkehr nach Stade dann noch eine ausgelassene Truppe einheimischer Mädels, einen "Jungfrauenabschied" feiernd, durch den Bus, und die Braut in spe bekam natürlich auch ein Ständchen dargeboten.
Altländer
                  Tracht

Bevor am letzten Tag die Heimreise angetreten werden mußte, besuchte der Kirchenchor den Sonntagsgottesdienst in der siebeneckigen Heilig-Geist-Kirche, der einzigen katholischen Kirche in Stade, und gestaltete diesen auch musikalisch mit. Ein ausgesprochen herzlicher Empfang in der Gemeinde mit anschließendem Kaffeetrinken und sogar einem Schnäpschen aus den Beständen des dortigen Pastors beeindruckte die Sängerinnen und Sänger.

Ein letzter Bummel durch Stade folgte, und kurz nach Mittag machte sich die Gruppe, mit vielen neuen Eindrücken ausgestattet, auf die Reise zurück nach Bocholt. Hier fand dann am Abend eine wie immer ausgezeichnet organisierte, mit bestem Wetter, üppiger Verpflegung, fröhlicher Geselligkeit, netten Begegnungen, viel Gesang und ausgelassener Stimmung der Mitreisenden einhergehende Chorfahrt ihren Abschluß.

Reisebericht: Wolfgang Abshoff




Der Kirchenchor Liebfrauen auf den Spuren Luthers und Bachs
Chorfahrt im Oktober 2006


Die diesjährige Chorreise führte den Kirchenchor Liebfrauen für acht Tage in das schöne "Elbflorenz", nach Dresden und Umgebung mit einem überreichen Angebot an kulturellen Highlights. Komfortable Unterkunft fanden die 60 Teilnehmer dabei im Hotel "Zum Erbgericht" in Höckendorf, etwa 20 km südöstlich von Dresden.

Am
                Lutherdenkmal vor der Frauenkirche

Dank eines kraftvollen Busfahrers und einer redegewandten sächsischen Reiseleiterin erhielt man problemlos Zugang zu allen touristischen Attraktionen und erfuhr so manches Hintergründige nicht nur über das legendäre Liebesleben des Kurfürsten August des Starken. Hier nur in Stichworten einige der besuchten Sehenswürdigkeiten: Eisenach (Wartburg), Dresden (mit Frauenkirche, Semperoper, Hofkirche, Residenzschloß, Zwinger, ...), Freiberg (Dom mit Silbermannorgel), Erzgebirge (Seiffen, Spielzeugland), Meißen (Porzellanmanufaktur, Dom, Altstadt), Barockschloß Moritzburg, Schloß Pillnitz, Dampfschiffahrt auf der Elbe, Elbsandsteingebirge.

Gesang im
                Meißener Dom

Es wurde viel gesungen, geistlich wie weltlich: am Lutherdenkmal vor der Frauenkirche (incl. spontanem Ständchen für ein gerade frisch vermähltes Paar), in der Semperoper, der Desdener Hofkirche, im Freiberger Dom (unvergessen bleibt hier der Kirchenführer), in der Seiffener Kirche (mit historischer Orgel), im Meißener Dom, in schwindelnder Höhe vor der eindrucksvollen Kulisse der Sächsischen Schweiz, auf malerisch restaurierten Plätzen und an historischen Orten, oft belohnt vom Applaus der einheimischen Bevölkerung oder der zahlreich anwesenden Touristen.

Am sonnigen Ufer
                der Elbe

Die festliche musikalische Mitgestaltung eines Gottesdienstes in Dresden gehörte ebenso zum Programm wie die ausgelassene Feier eines 75. Geburtstages, dessen Termin just in die Reisezeit fiel, oder ein "Original Sächsischer Heimatabend" am letzten Abend vor der Abreise. So kam spirituell wie kulturell, kulinarisch wie gesanglich wohl jeder Mitreisende auf seine Kosten und dürfte eine Fülle von Eindrücken von einer hervorragend organisierten Chorreise mit zurück nach Bocholt genommen haben.

Reisebericht: Wolfgang Abshoff




Der Kirchenchor Liebfrauen auf Moseltour

Chorfahrt im September 2004

Sonnige Tage verbrachte der Chor an der Mosel und in Luxemburg. Die Fahrt ging mit dem Bus nach Bernkastel-Kues. Als Dank für eine gelungene Führung durch den Ort gab es einige mehrstimmige Chorsätze, die viele Zuhörer anlockten. Mit dem Schiff ging es weiter nach Trier. Bei viel Sonne war frohe Stimmung an Bord, denn die Weiterfahrt mit dem Schiff war vorher nicht bekannt.

Der nächste Tag war der Stadt Trier gewidmet. Mit zwei ausgezeichneten Stadtführerinnen wurde die Stadt per Bus und zu Fuß erkundet. Trier, die älteste Stadt Deutschlands, mit der Römerbrücke, den Kaiserthermen, dem Kurfürstlichen Palais, der Porta Nigra, der Liebfrauenkirche und dem Dom war sehr beeindruckend. Mehrstimmiger Gesang in den Kirchen ließ die vielen Besucher immer wieder aufhorchen.

An der Mosel durfte natürlich eine Weinprobe nicht fehlen, diese gab es am Abend. Eine Betriebsbesichtigung machte deutlich, wieviel Arbeit, Mühe und Sachverstand in dem edlen Getränk steckt. Nach einem guten Essen erklangen Trink- und Weinlieder als Dank für einen schönen Abend.

Der Kirchenchor Liebfrauen auf
                den Stufen des Luxemburger Doms

Das Großherzogtum Luxemburg, die Stadt der Banken und der Europäischen Gemeinschaft, wurde dem Chor von einem jungen, agilen Stadtführer nahegebracht. Immer noch gut zu erkennen war der Verlauf der drei Befestigungsringe um die Stadt, auf die er immer wieder hinwies. Sehenswert die Altstadt und der Dom. Dort zückte der Stadtführer sein Handy, um den Gesang des Chores auch seiner Freundin zu vermitteln. Beim Gaststättenbesuch gab es allerdings den Eindruck, man würde das Lokal kaufen.

Die Heimreise ging über das Benediktiner-Kloster Maria Laach. Dort erklangen im Dom zum Mariä Namensfest entsprechende Gesänge. Die erlebnisreiche Reise bleibt allen in guter Erinnerung. Auch der blinde Feueralarm im Hotel mit riesigen Feuerwehrwagen, Hotelgästen im Morgenmantel und Schlafanzug auf der Straße.

Reisebericht: Reinhold Möllmann (Schriftführer)




Der Kirchenchor Liebfrauen erkundet Flandern

Chorfahrt im September 2002

Ziel der Reise des Kirchenchores Liebfrauen war in diesem Jahr Flandern. Auf dem Weg nach Brüssel machte der Chor Station in Gent, der Stadt an der Leie und Schelde. Schon von weitem grüßten die Türme der St.-Niklaas-Kirche, der St.-Baafs-Kathedrale und der Belfried. Die Altstadt lud zum Bummeln ein und auch ein Spaziergang entlang der schönen Kanäle machte gute Laune. Ein Muß war der Besuch der St.-Niklaas-Kirche mit dem "Genter Altar" der Brüder Hubert und Jan van Eyck.

Ausgangspunkt für weitere touristische Ziele war die mittelalterliche Stadt Brüssel, heute geprägt durch mächtige Verwaltungsgebäude von EU und NATO. Eine Führung durch das Europaviertel, zum Atomium (gebaut zur Weltausstellung 1958), dem Justizpalast und der Altstadt führte auch zur Kathedrale St. Michael und St. Gudula. Hier hat der Chor, wie auch in allen anderen Kirchen, die er besuchte, einige mehrstimmige Chorsätze zu Gehör gebracht. Durch den Gesang ist der Archivar der Kirche, Dr. Paul De Ridder, auf den Chor aufmerksam geworden. Angetan von dem Klang hat er den Chor mit viel Begeisterung durch die Kirche geführt. Zum Schluss zeigte er allen sein Konterfei, das als Wasserspeier außen am Dom angebracht ist.

Der Kirchenchor
                  Liebfrauen vor der Kathedrale St. Michael und St.
                  Gudula in Brüssel
Beeindruckend auch der "Große Platz" mit seinen mittelalterlichen Gebäuden. Die prächtigen Fronten des Rathauses mit Turm - auf der Spitze der hl. Michael - zeigten ihre Schönheit in einer abendlichen Lichterschau. Die riesigen Einkaufsgalerien mit ihren Tonnengewölben und die im grellen Licht leuchtenden "Freßstraßen" waren ein besonderer Anziehungspunkt. Verführerisch wurden dort u.a. Austern und Meeresfrüchte, auf Eis drapiert, angeboten.

Wer in Brüssel ist, sollte auch etwas über Europa erfahren. So traf  der Chor zu einem gemütlichen Abendessen den ehemaligen Stadtdirektor der Stadt Bocholt, Prof. Dr. Ralf von Ameln. Für "seine Bocholter" hat er gerne einige Ausführungen zu Europa gemacht. Der Bogen spannte sich über den Krümmungsgrad der Gurke bis hin zu den Problemen der Aufnahme der osteuropäischen Länder in die EU. Alle, die einen trockenen Vortrag erwartet hatten, waren über die lockere Vermittlung der Materie freudig überrascht.

Von der Schlangengurke bis
                zur Türkei: Prof. Dr. Ralf von Ameln wirbt für
                Europa
Die alte Hansestadt Brügge - heute Weltkulturerbe - ist die bestbesuchte Stadt Flanderns. So drängten sich die Menschen wie zur Bocholter Kirmes durch die Straßen. Eine Grachtenfahrt vermittelte eindrucksvoll die Schönheit dieser Stadt. Die gotische Hallenkirche "Onze-Lieve-Vrou" beherbergt die "Brügger Madonna". Sie ist das einzige Werk Michelangelos, das zu dessen Lebzeiten über die Alpen gelangte. Das gemeinsame Essen mit viel Gesang in einem Gewölbekeller aus dem 13. Jahrhundert und die abendliche Atmosphäre der Stadt mit dem "Großen Markt" und dem alles überragenden Belfried machte den Tag zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Die späte Heimfahrt nach Brüssel hatte sich gelohnt.

Autofreier Sonntag in Brüssel - in ganz Belgien. Nur mit 30 km/h konnte sich der Bus zu der Kirche St. Paulus bewegen. Es ist die Kirche der Deutschsprachigen in Brüssel. Die Gemeinde verteilt sich über die ganze Stadt. Wegen des autofreien Sonntags war der Besuch nicht so gut, aber der Chor mit den Angehörigen füllte die Kirche und auch dort schallte während der gemeinsamen Meßfeier das mehrstimmige Lob Gottes zum Himmel. Bei der Festlegung des Termins vor ca. einem Jahr ahnte keiner den autofreien Sonntag. So konnte nicht wie geplant auf der Rückreise Antwerpen angefahren werden, denn es war nur eine Ausreise möglich. Mit einer Unterbrechung der Fahrt in Aachen mit Gesang im Dom trat der Chor die Fahrt nach Bocholt  an. Bei guter Stimmung an Bord wartete man auf die ersten Wahlergebnisse der Bundestagswahl. Müde, aber reich an Eindrücken, ging eine Chorreise zu Ende.

Reisebericht: Reinhold Möllmann (Schriftführer)

Der Kirchenchor Liebfrauen vor dem berühmten
                Brüsseler Atomium.



Der Kirchenchor Liebfrauen bereist den Spessart
Chorfahrt im Oktober 2000

Für eine Woche hatte der Kirchenchor Liebfrauen Quartier im Hotel Brunnenhof in Weibersbrunn, im Herzen des Naturparks Hochspessart, genommen. Viele Orte der geschichtsträchtigen Gegend wurden besucht.

Eine Führung durch Aschaffenburg, die alte Spessartmetropole mit seiner über eintausendjährigen Geschichte, beeindruckte den Chor sehr. Das Renaissanceschloss Johannesburg mit dem berühmten Glockenspiel, das Pompejanum, der Nachbau einer römischen Villa, und die Stiftskirche St. Peter und Alexander (Foto) waren unter anderem Anlaufpunkte der Führung. Die historische Altstadt lud zum Bummeln ein.

Der Kirchenchor
                  Liebfrauen auf den Stufen zur Stiftskirche in
                  Aschaffenburg

Gleiches galt auch für das Fachwerkstädtchen Lohr am Main, das schon seit alters her als Spessarttor bekannt ist. Schloss Mespelbrunn, der Inbegriff des Spessarts war ein weiterer Programmpunkt. Gern hätte der Chor der Gräfin Hedwig von Ingelheim, einer Schwester des Freiherrn Wilhelm von Graes, Schloss Diepenbrock in Barlo, ein Ständchen gesungen, doch diese tourte mit ihrer Tochter durch die Lande.

Dafür feierte der Chor in der Wallfahrtskirche "Unsere Liebe Frau" Hessenthal, mit den Grabmälern der Familie Echter von Schloss Mespelbrunn, einen Gottesdienst.

Ein Nachmittag stand ganz im Zeichen des Weines. Eine geführte Wanderung durch die Weinberge endete bei einem Winzer. Die Weinverkostung mit spaßigen Anmerkungen zeigte Erfolge. Natürlich fehlte der Gesang dabei nicht.

Amorbach, die altfränkische Barockstadt an der Siegfried- und Nibelungenstrasse gelegen, bescherte dem Chor ein Konzert auf einer der größten Barockorgeln Europas. Beeindruckend waren auch die prunkvolle Kirche, in der ehemaligen Benediktinerabtei die Bibliothek und der "Grüne Saal".

Über Miltenberg am Main führte der Weg in die Marktgemeinde Bürgstadt. Dort wurde der Chor vom Bürgermeister des Ortes begrüßt und von ihm durch die mit herrlichen Fresken ausgeschmückte Martinskapelle geführt. Ein Empfang  mit Umtrunk im Rathaus versetzte den Chor in das Jahr 1592, dem Bau dieses Hauses.

Würzburg ist immer eine Reise wert. Auch diesen Ort hat der Chor nicht ausgelassen. Die Sonntagsmesse in der Pfarrkirche "Unsere Liebe Frau" wurde vom Chor mitgestaltet. Beim anschließenden Empfang mit Umtrunk traf Pfarrer Bernhard Lütkemöller auch einige Bekannte wieder. Unter anderem den Leiter des dortigen Kirchenchores, Prof. Dr. Louis Debes. Unter seiner Leitung hatte er während seiner Studienjahre in Würzburg im Universitäts- wie auch im Kirchenchor gesungen. Am Nachmittag ging es mit einer sehr quirligen Führerin in Schloss und Stadt weiter.

Wertheim, die Stadt mit der malerischen Burgruine, an der Taubermündung gelegen, ist einen Abstecher wert. Das Stadtbild wird geprägt von alten Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts und von Teilen der alten Befestigung. Unvorstellbar die Höhe der Wasserfluten, die den Ort immer wieder heimgesucht haben. Die Hochwassermarken reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert.

Eine Bootsfahrt auf dem Main, mit Wein und Gesang durfte nicht fehlen. Seligenstadt, bekannt durch das gleichnamige Autobahndreieck, bildete den Abschluss der Besichtigungstouren.

Der Abschiedsabend, mit einem Quiz rund um Kirche und Chor Liebfrauen, Liedbeiträgen, einer selbst inszenierten Modenschau in fränkischer Kleidung, Tanz und Gesang machten diese Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Reisebericht: Reinhold Möllmann (Schriftführer)

www.liebfrauenchor.de

Update: 11.09.2011 © Copyright 2000-2011 by Wolfgang Abshoff, Bocholt/Germany, www.abshoffs.de